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Die 60er Jahre: Es hat sich wenig getan

BPW Geschichte

Bildungs- und Rollenmuster bleiben unverändert.


Bis Ende der 60er Jahre ändert sich nur wenig an den Bildungs- und Berufssituation von Frauen. Die meisten Mädchen absolvieren noch 1969 Real- und Berufsfachschulen. In den höheren Schulen und Universitäten sind sie seltener anzutreffen als ihre männlichen Altersgenossen. Die verbreitete Auffassung "Sie heiraten ja noch" veranlasst die meisten Eltern, für die Töchter eine niedrige, kürzere und kostengünstigere Schullaufbahn zu wählen. Eher wird in die Söhne als künftige Ernährer einer Familie investiert. Geschlechterspezifische Sozialisationsmuster bereiten Mädchen weiterhin auf die Rolle als Hausfrau und Mutter vor. Diejenigen, die sich aus der ihnen zugedachten Rolle befreien wollen, brauchen ein starkes Selbstbewusstsein. Die meisten Frauen fügen sich der Situation.


Frauen beziehen Position


Die Bildungs- und Berufssituation von Frauen kommt im Verband immer wieder zur Sprache. In zahlreichen Vorträgen dokumentieren und analysieren Referentinnen die Bildungssituation.

Der Wunsch nach mehr einfluss auf politische Entscheidungsprozesse findet seinen Ausdruck 1961 in einer Resolution zum 10jährigen Bestehen des Verbandes. Der Verband fordert den Bundestag auf, bei der Erstellung von Gesetzesvorhaben künftig mehr die Meinung von Frauenverbänden zu berücksichtigen. Die "Verpackung" solchen Anliegens in einer Resolution wäre heute kurios. Wie viel selbstverständlicher ist es gegenwärtig für Frauen, sich in Diskusionen einzumischen!

Mitte der 60er Jahre verbesserte sich der Kontakt zwischen dem Verband und politischen Instanzen. Der Verband wird zu zahlreichen, wichtigen Besprechungen und Tagungen eingeladen und bekommt dadurch die Möglichkeit in verschiednen Gremien zu Fragen der berufstätigen Frauen Stellung zu nehmen.


Dies ist ein Auszug aus dem Buch "Auf dem besten Wege" von Angelika Timm. Die Geschichte des Verbandes BPW von 1951 bis 2001. ISBN 3-89741-071-0

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