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Netzwerken als Gegengewicht

Wie Frauen trotz Care-Arbeit und struktureller Hürden sichtbare Allianzen aufbauen


Warum Netzwerken für Frauen kein Luxus, sondern ein Werkzeug ist


Frau im Handwerk findet Netzwerklösung im digitalen Raum.
Frau im Handwerk findet Netzwerklösung im digitalen Raum.

Frauen leisten 52 % mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer (Statistisches Bundesamt, 2025). Sie arbeiten häufiger in Teilzeit, verdienen im Schnitt 16 % weniger (EVG, 2026) und sind in Führungspositionen unterrepräsentiert. Gleichzeitig zeigen Studien der Bertelsmann-Stiftung und des WSI, dass männlich geprägte Netzwerke eine der größten Hürden für den beruflichen Aufstieg von Frauen sind (WSI, 2026). Die Folge: Viele Frauen ziehen sich zurück, aus Zeitmangel, aus Unsicherheit, aus dem Gefühl, „nicht genug“ zu sein.


Doch hier liegt der Irrtum: Netzwerken ist kein Luxus! Es ist ein Werkzeug, um Sichtbarkeit zu gewinnen, Wissen zu teilen und strukturelle Benachteiligungen auszugleichen. Dieser Artikel zeigt, wie Frauen trotz Care-Arbeit und Zeitknappheit gezielt Netzwerke aufbauen, die sie tragen und wie der BPW eClub dabei unterstützt.


Care-Arbeit und Netzwerkverlust:

Warum Frauen unsichtbar werden und wie sie zurückkehren


Das Problem: Care-Arbeit frisst Zeit und Netzwerke


Eine aktuelle WSI-Studie (2026) belegt: 26,6 % der Juristinnen nennen männlich geprägte Netzwerke als größte Karrierehürde. Der Grund? Frauen stecken in der „Teilzeitfalle“ (Bertelsmann-Stiftung, 2026), reduzieren Arbeitsstunden für Familie oder Pflege und verlieren dadurch nicht nur Einkommen, sondern auch Kontakte, Projektverantwortung und Sichtbarkeit. Die mentale Last („Mental Load“) kommt hinzu: Ständiges Organisieren, Planen und Verantwortung tragen führt zu Erschöpfung – und lässt wenig Raum für strategische Vernetzung (Scambor, 2026).


Die Lösung: Netzwerken in kleinen, aber konsequenten Schritten


Netzwerken muss kein zeitintensives Event sein. Es reicht, konsequent kleine Schritte zu gehen:

  • Qualität vor Quantität: Wähle 2–3 Netzwerke, die wirklich zu deinen Zielen passen, sei es ein Branchenverband, eine Mastermind-Gruppe oder der BPW eClub. Ein starkes Netzwerk entsteht nicht durch viele Kontakte, sondern durch die richtigen.

  • Der 5-Minuten-Check-in: Ein kurzes „Wie geht’s dir?“ alle paar Monate hält Verbindungen lebendig. Wer wartet, bis sie etwas braucht, verliert den Anschluss (Hindenburg, 2024).

  • Sichtbarkeit durch Substanz: Teile einmal pro Woche einen Gedanken, Artikel oder eine Frage in deinem Netzwerk. Das kostet wenige Minuten und positioniert dich als relevante Stimme.


Beispiel aus der Praxis: Eine Teilnehmerin des BPW eClub berichtete: „Ich dachte, ich hätte keine Zeit für Netzwerken. Dann habe ich angefangen, einmal die Woche einen Kommentar in unserer Gruppe zu schreiben und plötzlich hatte ich drei konkrete Angebote, die zu meiner Teilzeit passten.“


Flexible Arbeitsmodelle:

Warum sie nur mit Netzwerk funktionieren


Das Problem: Flexible Arbeitszeiten sind kein Geschenk, sie müssen erkämpft werden


Die Ipsos-Umfrage 2026 zeigt: 46 % der Deutschen glauben, Gleichstellung sei bereits erreicht. Doch die Realität sieht anders aus:

  • Frauen verdienen in Teilzeit so wenig, dass viele im Alter armutsgefährdet sind (Bertelsmann-Stiftung, 2026).

  • Flexible Arbeitsmodelle (z. B. 30-Stunden-Woche, Job-Sharing) setzen sich nicht von selbst durch, sie brauchen Verbündete, die sie einfordern.


Die Lösung: Netzwerken als Hebel für flexible Arbeitswelten


Wie der BPW eClub zeigt, funktioniert das am besten durch:

  • Multiplikatorinnen finden: Wer in deinem Umfeld hat ein erfolgreiches Teilzeit- oder Jobsharing-Modell? Diese Menschen sind Gold wert, nicht weil sie dir eine Lösung liefern, sondern weil ihre Erfahrung dir Mut und Argumente gibt.

  • Erfolgsgeschichten teilen: „Ich arbeite 30 Stunden und habe trotzdem Verantwortung übernommen“, solche Geschichten sind mächtiger als jede Studie. Im Netzwerk entstehen sie und werden weitergegeben.

  • Fachgruppen nutzen: Ob LinkedIn, Branchenverbände oder der BPW eClub, in thematischen Netzwerken findest du schneller Antworten als bei stundenlanger Eigenrecherche.


Daten & Fakten:

  • Laut Bertelsmann-Stiftung (2026) sind flexible Teilzeitmodelle (z. B. 30-Stunden-Woche) ein Schlüssel zur Vereinbarkeit, doch nur 12 % der Unternehmen bieten sie aktiv an.

  • Frauen, die Netzwerke nutzen, verhandeln doppelt so oft erfolgreich über flexible Modelle (WSI, 2026).


Männlich geprägte Netzwerke:

Wie Frauen eigene Allianzen aufbauen


Das Problem: „Old Boys‘ Clubs“ schließen Frauen aus


Eine Berliner Senatorin nannte kürzlich lange Sitzungszeiten, Care-Arbeit und männliche Netzwerke als zentrale Hürden für Frauen in Politik und Wirtschaft (taz, 2026). Der UN Women Report 2026 bestätigt: Kein Land der Welt hat volle Gleichstellung erreicht, besonders in Führungspositionen.


Die Lösung: Eigene Allianzen bauen, Schritt für Schritt


Frauen brauchen keine Erlaubnis, um Netzwerke zu formen. Sie brauchen Strategie:

  • Stärken zeigen, ohne Entschuldigung: Wer weiß, was sie auszeichnet, tritt authentisch auf. Das zieht Gleichgesinnte an.

  • Aktiv werden, nicht warten: Stelle Fragen nach Vorträgen, schlage konkrete Treffen vor, kommentiere Beiträge. Wer sichtbar ist, wird eingeladen.

  • Andere verbinden: Einer der stärksten Hebel im Netzwerk ist, zwei Menschen zusammenzubringen, die voneinander profitieren. Das kostet nichts und positioniert dich als zentrale Knotenperson.


Erfolgsbeispiel aus dem BPW eClub: Eine Teilnehmerin berichtete: „Ich habe in einer Mastermind-Gruppe zwei Frauen verbunden, die jetzt gemeinsam ein Projekt umsetzen. Plötzlich war ich diejenige, die als ‚Vernetzerin‘ wahrgenommen wurde und wurde für eine Führungsposition vorgeschlagen.“


4. Equal Pay & finanzielle Eigenständigkeit:

Transparenz beginnt im Netzwerk


Das Problem: Schweigen über Gehälter hält die Lücke aufrecht


Der Gender Pay Gap liegt in Deutschland bei 16 % (EVG, 2026). Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (Umsetzung bis Juni 2026) soll Abhilfe schaffen, doch echte Transparenz entsteht, wenn Menschen anfangen, ehrlich zu reden.


Die Lösung: Netzwerken als Safe Space für Gehaltstransparenz


  • Konkrete Fragen stellen: „Was hast du bei ähnlicher Position verhandelt?“ ist eine legitime Frage unter Vertrauenspersonen.

  • Erfahrungen teilen: „Ich habe verhandelt und X erreicht“, solche konkreten Beispiele geben anderen Mut.

  • Vertrauliche Formate nutzen: Mastermind-Gruppen oder 1:1-Gespräche sind der Ort, wo echte Transparenz entsteht.


Aktuelle Daten:

  • Frauen, die über Gehälter sprechen, verhandeln 30 % erfolgreicher (Haufe, 2026).

  • In Netzwerken wie dem BPW eClub teilen 78 % der Mitglieder Gehaltsinformationen im vertraulichen Rahmen und erreichen so bessere Verhandlungsergebnisse.


Netzwerken ist kein Event, es ist eine Haltung


Netzwerken ist für Frauen kein Luxus, sondern ein Werkzeug, um strukturelle Benachteiligungen auszugleichen, Sichtbarkeit zu gewinnen und kollektive Lösungen zu schaffen. Die gute Nachricht: Es braucht keine großen Gesten. Es reicht, konsequent kleine Schritte zu gehen:


  1. Wähle 2–3 Netzwerke, die zu dir passen.

  2. Investiere 5 Minuten pro Woche in Austausch.

  3. Teile Wissen und werde zur zentralen Stimme.

  4. Verbinde andere und baue Allianzen, die dich tragen.


Der BPW eClub unterstützt dich dabei mit Mastermind-Gruppen, Connect-Events und politischer Lobbyarbeit, die strukturelle Veränderungen vorantreibt.


Dein nächster Schritt: Werde Teil der Lösung


  • Besuche unseren nächsten BPW eClub Connect am 28.04.2026 -> Link.

  • Werde Mitglied und gestalte mit uns Netzwerke, die wirklich entlasten –> Link.

  • Teile diesen Artikel und starte die Diskussion in deinem Umfeld.


Gemeinsam können wir die Spielregeln ändern.


Quellen & weiterführende Links


 
 
 

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