Vier Impulse zum Netzwerken auf Augenhöhe
Such dir einen Impuls aus, der dich anzieht. Jeder nimmt dich in wenigen Minuten mit durch vier kleine Gedanken und eine kurze Reflexion, die nur dir gehört.
Gib, bevor du fragst
Erinnerst du dich an das Gefühl, einen Raum zu betreten, in dem du niemanden kennst? Vielleicht ein Videocall, in dem sich nach und nach die Kacheln füllen, lauter fremde Gesichter, und in deinem Kopf läuft leise die immer gleiche Frage, was bringt mir das hier eigentlich. Das ist zutiefst menschlich, und fast alle gehen so hinein.
Jetzt stell dir vor, du drehst diese eine Frage um. Nicht, was kann ich hier holen, sondern, was kann ich hier dalassen. Es klingt nach einer Kleinigkeit, und doch verändert es alles, angefangen bei dir selbst. Wer in einen Raum geht, um zu geben, steht anders da, entspannter, offener, ohne diesen feinen Druck, sich beweisen zu müssen. Und dein Gegenüber spürt das, lange bevor ein Wort gefallen ist.
Und wenn du gibst, dann gib ohne die leise Stimme, die im Hintergrund mitrechnet, ohne das feine Warten, ob die Gegenleistung auch wirklich kommt. Denn wer gibt und dabei rechnet, gibt nie ganz, ein Teil bleibt zurück und beobachtet, und genau das spürt dein Gegenüber feiner, als du denkst. Streich die Rechnung, gib, weil es sich richtig anfühlt, und dann lass los.
Denn frei von dieser Erwartung wirst du zu der, an die man sich erinnert, wenn irgendwann eine Chance auftaucht. Die schönsten Rückflüsse im Netzwerk kommen nie auf Bestellung, sie kommen als Überraschung, zu denen, die aufgehört haben zu zählen. Und Erinnerung ist die Währung, in der Netzwerke wirklich rechnen.
Wann hast du zuletzt etwas gegeben, ohne im Stillen mitzurechnen, und was hat das mit dir gemacht?
Verschenke eine Verbindung
Denk einmal an zwei Frauen in deinem Umfeld, die sich nicht kennen. Die eine sucht seit Wochen nach genau der Fähigkeit, die die andere ganz selbstverständlich mitbringt. Sie ahnen nichts voneinander, sie laufen aneinander vorbei, und dazwischen stehst du, die beide kennt.
Wir unterschätzen fast immer, was für ein Geschenk in diesem Dazwischen liegt. Wir denken, unser Beitrag müsse aus uns selbst kommen, aus unserem Wissen, unserer Zeit, unserer Leistung. Dabei ist das Wertvollste, was du geben kannst, manchmal gar nichts von dir, sondern nur dein Blick dafür, wer zu wem passt.
Eine Verbindung zu stiften kostet dich einen einzigen Satz. Du kennst da jemanden, die genau das kann, ich stelle euch gern vor. Für dich ist es eine Kleinigkeit, für die beiden anderen kann daraus eine Zusammenarbeit werden, eine Freundschaft, ein Wendepunkt. Und das Schönste ist, du musst dafür nicht klüger, erfolgreicher oder sichtbarer sein als alle anderen. Du musst nur aufmerksam sein.
Was dabei mit dir geschieht, ist still und mächtig zugleich. Wer andere zusammenbringt, wird selbst zum Knotenpunkt, zu der Frau, durch die Gutes läuft. Man erinnert sich an sie nicht wegen dem, was sie für sich wollte, sondern wegen dem, was sie möglich gemacht hat. Und genau solche Frauen tragen ein Netzwerk.
Welche zwei Menschen in deinem Umfeld solltest du eigentlich längst einander vorstellen, und was hält dich bisher davon ab?
Teile, was dir selbstverständlich ist
Es gibt diesen Moment, in dem dich jemand etwas fragt, das für dich so banal ist, dass du fast lachen musst. Etwas, das du im Schlaf beherrschst, worüber du nie nachdenkst. Und dann siehst du im Gesicht deines Gegenübers, dass du gerade etwas gesagt hast, das für sie alles verändert.
Wir tragen alle einen Schatz mit uns herum, den wir selbst kaum sehen. Gerade das, was uns leichtfällt, halten wir für nichts Besonderes, weil es uns eben leichtfällt. Wir denken, wertvoll sei nur, wofür wir kämpfen mussten. Dabei ist oft genau das Gegenteil wahr. Deine größte Gabe ist die, die du am wenigsten beachtest.
Du musst kein Wissen aufbauen, um zu geben. Du musst nur bemerken, was schon da ist. Der Weg, den du längst kennst. Die Anlaufstelle, die dir selbstverständlich ist. Der Kniff, mit dem du ein Problem löst, an dem andere verzweifeln. Für dich Alltag, für eine andere die Antwort, die sie seit Wochen sucht.
Und in dem Moment, in dem du dieses Selbstverständliche teilst, passiert etwas Doppeltes. Die andere kommt weiter, das ist das eine. Aber du selbst siehst zum ersten Mal, wie viel du eigentlich in dir trägst. Geben macht nicht nur die andere reicher, es zeigt dir, wie reich du längst bist.
Was kannst du, worüber du nie nachdenkst, weil es dir so leicht von der Hand geht? Und wer wartet vielleicht gerade auf genau das?
Sag klar, was du selbst suchst
Vielleicht kennst du sie, die Frau, die für alle da ist. Sie hört zu, sie verbindet, sie teilt, sie hilft. Alle schätzen sie. Und trotzdem sitzt sie manchmal abends da und fühlt sich seltsam leer, weil sie zwar ständig gibt, aber nie sagt, was sie selbst gerade bräuchte. Vielleicht bist du das an manchen Tagen sogar selbst.
Hier liegt ein Missverständnis, das viele Frauen mit sich tragen. Wir glauben, Bitten sei das Gegenteil von Geben, ein Zeichen von Schwäche, fast ein Makel. Dabei ist es genau die andere Hälfte desselben Ganzen. Denn solange du nur gibst und nie zeigst, wobei du selbst Unterstützung brauchst, nimmst du allen anderen die Chance, auch für dich da zu sein.
Um etwas zu bitten ist ein Geschenk an dein Gegenüber. Du sagst damit, ich vertraue dir genug, um mich zu zeigen. Und du gibst der anderen das gute Gefühl, gebraucht zu werden, dir etwas zurückgeben zu dürfen. Ein ehrliches Ich suche gerade jemanden, die sich damit auskennt öffnet oft mehr Türen als jedes Angebot, das du machst.
So schließt sich der Kreis. Geben, das trägt, ist kein Einbahnverkehr, in dem eine sich verausgabt und die andere nur nimmt. Es ist ein Fluss in beide Richtungen, Geben und Suchen im Gleichgewicht. Und erst wenn beides seinen Platz hat, wird aus einzelnen guten Taten ein Netzwerk, das wirklich hält.
Wobei wünschst du dir gerade selbst Unterstützung, hast dich aber noch nicht getraut, es auszusprechen?
Geben und Suchen im Gleichgewicht
Du hast gerade vier Wege durchdacht, im Netzwerk zu geben, ohne dich zu verausgaben. Vielleicht ist dir dabei aufgefallen, dass es weniger um Technik geht als um eine Haltung, die alles verändert.
Genau diese Haltung ist im BPW eClub kein netter Zusatz, sondern das Prinzip, auf dem alles ruht. Im Netzwerkforum sagt jede Frau offen, was sie sucht und was sie geben kann, und aus diesem einfachen Ich suche, ich biete entstehen die Verbindungen, die wirklich tragen. Was du hier in ein paar Minuten für dich durchdacht hast, wird dort Woche für Woche unter Frauen gelebt.
Als Mitglied an deiner Netzwerkstrategie arbeiten
Was du hier in wenigen Minuten angestoßen hast, kannst du als Mitglied ein halbes Jahr lang vertiefen. Im Netzwerktraining bekommst du von Januar bis Juni alle 14 Tage eine Aufgabe per Mail, mit der du Schritt für Schritt an deiner eigenen Netzwerkstrategie arbeitest. In den Jahren danach geht es jedes Mal eine Stufe tiefer, bis du im vierten Jahr selbst eine Mentee begleitest und weitergibst, was du gelernt hast.
Hör zu, bevor du dich zeigst
Kennst du diesen Moment kurz vor der Vorstellungsrunde, in dem du innerlich schon deinen eigenen Satz probst? Die anderen reden noch, aber du hörst sie kaum, weil in deinem Kopf die Frage läuft, wie du dich gleich sagst, was du erwähnst, was du besser weglässt. Fast alle sitzen so in einer Runde, jede mit ihrem kleinen inneren Manuskript.
Jetzt stell dir vor, du legst dieses Manuskript einfach weg. Du hörst der Frau vor dir wirklich zu, ganz, ohne nebenher an dir selbst zu arbeiten. Es klingt fast unbequem, und doch geschieht etwas Seltsames. Weil du nicht mit dir beschäftigt bist, bekommst du mit, was sie eigentlich sagt, auch zwischen den Zeilen, und dein eigener Beitrag wird danach wie von selbst genauer, weil er auf sie antwortet und nicht nur neben ihr steht.
Wir glauben oft, der erste Eindruck entstehe dadurch, wie gut wir uns zeigen. Dabei entsteht er viel stärker dadurch, wie gut wir zuhören. Eine Frau, die einer anderen wirklich zuhört, ohne zu unterbrechen, ohne zu warten, bis sie endlich dran ist, hinterlässt einen tieferen Eindruck als jede geschliffene Selbstvorstellung.
Und das ist das Leise, das dabei passiert. Der Mensch, dem du zuhörst, fühlt sich gesehen, und das vergisst er nicht. Du musst dich gar nicht groß machen, um in Erinnerung zu bleiben. Du musst nur die sein, bei der die andere das Gefühl hatte, endlich gehört zu werden.
Wann hat dir zuletzt jemand so zugehört, dass du dich wirklich gesehen gefühlt hast, und was hat das in dir ausgelöst?
Frag eine Frage mehr
Stell dir ein Gespräch vor, das gerade an einer Stelle steht, an der man normalerweise weitergeht. Die andere hat kurz erzählt, was sie macht, du nickst, und im nächsten Moment würdest du eigentlich zu deinem eigenen Thema übergehen oder höflich das Thema wechseln. Genau hier liegt eine kleine Tür, die die meisten übersehen.
Diese Tür öffnet sich mit einer einzigen Frage mehr. Nicht die höfliche Standardfrage, sondern die eine, die zeigt, dass du wirklich zugehört hast. Und wie kam es dazu. Was war daran das Schwierigste. Was hat dich daran gereizt. Es kostet dich nichts als ein wenig echte Neugier, und doch verändert es die ganze Richtung des Gesprächs.
Denn in dem Moment, in dem du nachfragst, statt weiterzuziehen, spürt dein Gegenüber, dass es hier nicht um Small Talk geht, sondern um sie. Die meisten Menschen werden selten wirklich gefragt. Sie sind es gewohnt, dass ihr Satz im Raum stehen bleibt und niemand daran anknüpft. Wenn du es doch tust, gibst du ihnen etwas Seltenes.
Und daraus wächst Verbindung, fast von allein. Aus einer freundlichen Begegnung wird ein Gespräch, an das sich beide erinnern. Nicht, weil du besonders klug etwas gesagt hast, sondern weil du eine Frage mehr gestellt hast als alle anderen an diesem Abend.
In welcher Begegnung hast du zuletzt zu früh weitergezogen, und welche eine Frage hättest du eigentlich noch stellen wollen?
Lass die Stille stehen
Es gibt diesen kleinen Moment in jedem Gespräch, in dem es kurz still wird. Die andere hat etwas gesagt, vielleicht etwas, das ihr selbst gerade erst klar geworden ist, und für einen Augenblick sagt niemand etwas. Und fast reflexhaft spürst du den Drang, diese Stille schnell zu füllen, mit einem Kommentar, einem eigenen Beispiel, irgendetwas, damit es nicht unangenehm wird.
Versuch einmal das Gegenteil. Lass die Stille einfach stehen, ein, zwei Atemzüge länger, als es sich bequem anfühlt. Was zuerst wie eine Lücke wirkt, ist in Wahrheit ein Raum, und in diesen Raum hinein sagt die andere oft den Satz, der wirklich zählt, den sie sich sonst verkniffen hätte.
Wir füllen Stille meist, weil wir sie mit Ablehnung verwechseln, mit Peinlichkeit, mit dem Gefühl, versagt zu haben. Dabei ist eine gehaltene Stille eines der größten Geschenke, die du in einem Gespräch machen kannst. Sie sagt, ganz ohne Worte, ich habe es nicht eilig, du darfst zu Ende denken.
Und genau dort, wo du nicht sofort antwortest, entsteht die Tiefe, die du mit noch so vielen guten Sätzen nicht erzwingen könntest. Zuhören heißt manchmal weniger, das Richtige zu sagen, als das Schweigen an der richtigen Stelle auszuhalten.
Fällt es dir leicht oder schwer, eine Stille im Gespräch stehen zu lassen, und was steckt für dich dahinter?
Hör zu, ohne schon zu antworten
Beobachte dich einmal selbst mitten in einem Gespräch. Während die andere noch spricht, formt sich in deinem Kopf oft schon die Antwort. Du hast einen Anknüpfungspunkt gefunden, eine passende Geschichte, ein Gegenargument, und ab da wartest du eigentlich nur noch höflich, bis sie fertig ist, damit du deins loswerden kannst.
Das ist zutiefst menschlich, und trotzdem ist es der Punkt, an dem echtes Zuhören aufhört. Denn sobald du innerlich an deiner Antwort baust, hörst du die zweite Hälfte dessen, was sie sagt, gar nicht mehr richtig. Zwei Menschen, die so miteinander reden, halten in Wahrheit zwei Monologe, die sich nur abwechseln.
Probier es einmal anders. Hör zu, ohne schon zu antworten. Lass ihren Gedanken ganz zu Ende kommen, bevor du deinen suchst. Es fühlt sich zuerst an, als würdest du den Faden verlieren, und tatsächlich verlierst du nur den Faden zu dir selbst und findest dafür den zu ihr.
Was daraus entsteht, ist ein Gespräch, in dem sich beide bewegen, statt nur zu senden. Ihr reagiert wirklich aufeinander, greift auf, was die andere gesagt hat, und plötzlich wird aus dem netten Austausch ein Dialog, der euch beide ein Stück verändert. Genau das meinen wir, wenn wir sagen, Zuhören verbindet.
Ertappst du dich manchmal dabei, schon zu antworten, während die andere noch spricht? Was würde sich ändern, wenn du erst ganz zu Ende hörst?
Aus Zuhören wird Verbindung
Du hast gerade vier Wege durchdacht, wie aus einfachem Zuhören echte Nähe wird, weniger durch das, was du sagst, als durch die Art, wie du da bist. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass Zuhören keine leise Nebenrolle ist, sondern das, was ein Gespräch überhaupt tragfähig macht.
Im BPW eClub ist genau das die Grundhaltung. Bei uns geht es nicht darum, sich am besten zu präsentieren, sondern darum, einander wirklich zuzuhören, im Netzwerkforum, an den offenen Abenden, in den kleinen Runden. Zuhören, Verstehen, Weitergehen, so beschreiben wir unseren Weg, und das erste Wort steht bewusst am Anfang.
Als Mitglied an deiner Netzwerkstrategie arbeiten
Was du hier in wenigen Minuten angestoßen hast, kannst du als Mitglied ein halbes Jahr lang vertiefen. Im Netzwerktraining bekommst du von Januar bis Juni alle 14 Tage eine Aufgabe per Mail, mit der du Schritt für Schritt an deiner eigenen Netzwerkstrategie arbeitest. In den Jahren danach geht es jedes Mal eine Stufe tiefer, bis du im vierten Jahr selbst eine Mentee begleitest und weitergibst, was du gelernt hast.
Sag in einem Satz, wer du bist
Kennst du die kleine Unsicherheit, wenn dich jemand fragt, und was machst du so? Du beginnst zu erklären, wägst ab, wo du anfangen sollst, hängst ein paar Nebensätze an, und am Ende bist du dir selbst nicht sicher, ob dein Gegenüber jetzt weiß, wer du bist. Vielen Frauen geht das so, und es hat selten mit fehlendem Können zu tun.
Stell dir vor, du hättest einen einzigen klaren Satz. Nicht auswendig gelernt und glatt poliert, sondern einen, der wirklich stimmt, der in wenigen Worten sagt, was du tust und wofür du da bist. Das ist keine Angeberei und kein Verkaufsspruch, es ist vor allem eine Erleichterung, für dich selbst und für alle, die dir zuhören.
Denn Klarheit über die eigene Rolle nimmt Druck heraus, statt welchen aufzubauen. Wer klar sagen kann, wer sie ist, muss sich nicht ständig neu beweisen. Sie steht einfach da, ruhig, und lässt die anderen entscheiden, ob es gerade passt. Das wirkt viel stärker als jede Aufzählung all dessen, was du auch noch kannst.
Und es hat einen ganz praktischen Nutzen. Nur wenn andere wissen, wer du bist, können sie dich mitdenken, dich weiterempfehlen, dich mit der richtigen Person zusammenbringen. Ein Mensch, den man klar einordnen kann, fällt einem wieder ein. Ein Mensch, der im Vagen bleibt, so freundlich er ist, verschwindet leicht aus dem Gedächtnis.
Wenn du in einem einzigen ehrlichen Satz sagen müsstest, wer du bist und wofür du stehst, wie würde er lauten?
Was dich ausmacht, ist nicht dein Titel
Wenn wir uns vorstellen, greifen wir fast automatisch zum Titel. Zur Berufsbezeichnung, zur Firma, zur Position. Das ist praktisch, weil es schnell geht, und es ist trügerisch, weil es das Wenigste über dich sagt. Zwei Frauen mit demselben Titel können völlig verschieden sein in dem, was sie ausmacht.
Denk einmal einen Schritt weiter, hinter das, was auf deiner Visitenkarte steht. Nicht, was tust du, sondern, wofür stehst du dabei. Was ist es, das du in jede Aufgabe mitbringst, ganz gleich, wie sie gerade heißt. Vielleicht ist es dein Blick für die leisen Töne, deine Art, Ordnung in Chaos zu bringen, dein Mut, unbequeme Fragen zu stellen. Das bleibt, auch wenn der Titel sich ändert.
Diese Unterscheidung ist gerade in einem Netzwerk viel wert. Denn Titel trennen, sie schaffen ein Oben und Unten, ein Wir und die anderen. Das, wofür du stehst, verbindet, weil es menschlich ist und weil andere daran andocken können, ganz gleich, aus welcher Branche sie kommen.
Wer sich traut, sich über ihre Haltung zu zeigen und nicht nur über ihre Position, gibt anderen etwas, woran sie sich wirklich erinnern. Der Titel sagt, in welcher Schublade du liegst. Das, wofür du stehst, sagt, warum man dich wieder treffen möchte.
Was bringst du in alles mit, was du tust, ganz unabhängig von deinem Titel? Und traust du dich, dich darüber zu zeigen?
Klarheit heißt auch, Nein zu wissen
Es gibt eine Art, offen wirken zu wollen, die uns am Ende unscharf macht. Aus dem Wunsch, für vieles infrage zu kommen, sagen wir zu allem ja, zeigen uns überall anschlussfähig, machen uns breit statt klar. Und je mehr wir alles sein wollen, desto schwerer wird es für andere, uns überhaupt zu greifen.
Dabei gehört zur Klarheit über die eigene Rolle genauso das Wissen, was du nicht bist und nicht tust. Wo deine Grenze liegt, wofür du die Falsche bist, was du guten Gewissens an eine andere weitergibst. Das klingt nach Verzicht und ist in Wahrheit eine Schärfung. Eine klare Kante macht dich nicht kleiner, sie macht dich erkennbar.
Denn ein ehrliches, das ist nicht mein Feld, aber ich kenne jemanden, die das kann, schafft mehr Vertrauen als ein zögerliches Ja zu etwas, das dir gar nicht liegt. Menschen spüren, ob jemand aus Klarheit spricht oder aus der Angst, sonst zu wenig zu sein. Die erste Haltung zieht an, die zweite verunsichert.
Und je klarer du weißt, wofür du stehst und wofür nicht, desto leichter fällt anderen die Entscheidung, dir genau das anzuvertrauen, was wirklich zu dir passt. Wer ihre Grenze kennt, wird nicht ständig irgendetwas gefragt, sondern gezielt das Richtige. Und das ist am Ende viel mehr wert.
Wofür bist du eigentlich nicht zuständig, sagst aber trotzdem oft ja? Was würde klarer, wenn du hier ehrlicher wärst?
Mach es anderen leicht, dich weiterzuempfehlen
Stell dir vor, jemand sitzt in einem Gespräch, und es fällt ein Name, ein Bedarf, eine Frage, zu der du perfekt passen würdest. Und die Person, die dich kennt, will dich schon empfehlen, aber dann stockt sie, weil sie nicht in Worte fassen kann, wofür genau du eigentlich die Richtige bist. In diesem Zögern gehst du verloren, ohne es je zu erfahren.
Genau deshalb ist Klarheit über die eigene Rolle kein Selbstzweck, sondern ein Geschenk an alle, die dich weitertragen könnten. Je klarer du sagen kannst, was du suchst und was du bietest, desto leichter machst du es anderen, dich im richtigen Moment ins Spiel zu bringen. Du legst ihnen die Worte sozusagen in die Hand.
Das ist der Punkt, an dem sich der Kreis zum Geben schließt. Wer klar ist, ist auffindbar, und wer auffindbar ist, wird empfohlen, oft ganz ohne eigenes Zutun. Deine Klarheit arbeitet dann für dich weiter, auch in Räumen, in denen du gar nicht bist, im Mund von Frauen, die für dich sprechen.
Und so wird aus der stillen Übung, dich selbst klar zu benennen, ein sehr praktischer Vorteil. Du musst dich nicht überall selbst anpreisen, wenn andere für dich einordnen können, wofür du stehst. Klarheit ist die leiseste und zugleich wirksamste Form, sichtbar zu werden.
Könnte eine Frau, die dich schätzt, in einem Satz sagen, wofür sie dich empfehlen würde? Und wenn nicht, woran liegt das?
Klarheit macht dich auffindbar
Du hast gerade vier Wege durchdacht, klarer zu werden in dem, wer du bist und wofür du stehst. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass Klarheit nichts mit lautem Auftreten zu tun hat, sondern mit Ruhe, und dass sie vor allem den anderen hilft, dich richtig einzuordnen.
Im BPW eClub lebt genau davon das ganze Netzwerk. Jede Frau sagt offen, was sie sucht und was sie bietet, dieses einfache Ich suche, ich biete, und aus dieser Klarheit heraus finden die Richtigen zueinander. Was du hier für dich durchdacht hast, ist die Grundlage dafür, im Netzwerk nicht nur dabei, sondern wirklich sichtbar zu sein.
Als Mitglied an deiner Netzwerkstrategie arbeiten
Was du hier in wenigen Minuten angestoßen hast, kannst du als Mitglied ein halbes Jahr lang vertiefen. Im Netzwerktraining bekommst du von Januar bis Juni alle 14 Tage eine Aufgabe per Mail, mit der du Schritt für Schritt an deiner eigenen Netzwerkstrategie arbeitest. In den Jahren danach geht es jedes Mal eine Stufe tiefer, bis du im vierten Jahr selbst eine Mentee begleitest und weitergibst, was du gelernt hast.
Der erste Schritt danach
Du kennst bestimmt dieses gute Gefühl nach einer gelungenen ersten Begegnung. Ihr hattet einen echten Draht, das Gespräch lief, ihr habt euch verabschiedet mit dem festen Vorsatz, in Kontakt zu bleiben. Und dann passiert, was so oft passiert, das Leben rollt weiter, die Tage vergehen, und aus dem schönen Anfang wird nie mehr als eine nette Erinnerung.
Dabei entscheidet sich fast alles in den Tagen danach. Nicht im Gespräch selbst, sondern in dem kleinen Schritt, der ihm folgt. Eine kurze Nachricht, ein, zwei Sätze, in denen du an etwas anknüpfst, das ihr besprochen habt. Es war schön, dich kennenzulernen, und ich musste seither an das denken, was du über deinen Neustart erzählt hast.
Dieser eine Schritt kostet dich wenige Minuten und macht den ganzen Unterschied. Denn während die meisten es bei dem guten Vorsatz belassen, wirst du zu der, die sich tatsächlich gemeldet hat. Aus einem flüchtigen Kontakt wird so eine Verbindung, einfach weil du das getan hast, was fast alle sich nur vornehmen.
Und je eher, desto besser, solange die Begegnung noch warm ist und ihr euch beide noch genau erinnert. Ein Nachfassen nach zwei Tagen wirkt wie ein natürlicher zweiter Satz. Dasselbe nach zwei Monaten fühlt sich für beide schon fremd an. Der beste Moment für den ersten Schritt danach ist fast immer jetzt.
An welche schöne erste Begegnung denkst du gerade, bei der du dich nie wieder gemeldet hast? Was hält dich davon ab, es jetzt noch zu tun?
Melde dich, wenn du nichts willst
Achte einmal darauf, wann du dich bei Menschen aus deinem Netzwerk meldest. Oft ist es genau dann, wenn du etwas brauchst, eine Auskunft, eine Empfehlung, eine Tür, die sich öffnen soll. Das ist völlig normal, und trotzdem hinterlässt es mit der Zeit eine feine Spur, denn dein Gegenüber lernt, dein Name im Postfach bedeutet, sie will etwas.
Stell dir vor, du durchbrichst dieses Muster. Du meldest dich einmal, ohne irgendetwas zu wollen. Du hast einen Artikel gesehen, der sie interessieren könnte, du hast an ein Gespräch von damals denken müssen, du willst einfach nur wissen, wie es ihr mit der Sache ergangen ist, von der sie erzählt hat. Kein Anliegen, kein Hintergedanke, nur ein echtes Interesse.
Es ist erstaunlich, wie selten das vorkommt und wie viel es bewirkt. Eine Nachricht ohne Bitte ist wie ein kleines Geschenk, mit dem niemand gerechnet hat. Sie sagt, ich denke an dich, auch wenn ich gerade nichts von dir brauche. Und genau das verwandelt einen nützlichen Kontakt in eine Beziehung, die trägt.
Denn Verbindungen, die nur bei Bedarf aufleben, bleiben immer ein wenig kühl. Die, die auch ohne Anlass gepflegt werden, werden warm und belastbar. Und wenn dann doch einmal ein echtes Anliegen kommt, fühlt es sich für beide ganz anders an, weil es nicht das Einzige ist, weswegen ihr euch je gehört habt.
Bei wem könntest du dich diese Woche melden, ohne irgendetwas zu wollen, einfach nur, weil du an sie gedacht hast?
Werde die, die sich erinnert
Menschen erzählen im Vorbeigehen oft kleine Dinge. Dass nächste Woche das Vorstellungsgespräch der Tochter ansteht, dass gerade ein großes Projekt kippt oder gelingt, dass sie sich auf einen Umzug freuen und zugleich davor bangen. Meist rauschen diese Sätze durch, freundlich gehört und schnell wieder vergessen.
Stell dir vor, du merkst dir eines davon. Nicht alles, nur das eine, das dir aufgefallen ist. Und wenn du das nächste Mal schreibst oder sie triffst, fragst du danach. Und wie ist es gelaufen, damals mit dem Gespräch deiner Tochter. In dem Moment siehst du in ihrem Gesicht etwas aufleuchten, denn kaum jemand fragt so etwas nach.
Das ist eine der leisesten und stärksten Formen von Verbindung. Du machst dabei nichts Großes, du erinnerst dich nur, und du zeigst es. Aber für dein Gegenüber bedeutet es, ich bin dieser Frau nicht gleichgültig, sie hat wirklich zugehört, damals, und sie hat es behalten. Das vergisst niemand.
Und so wirst du, ganz ohne Aufwand, zu der, an die man sich gern erinnert, weil du dich an andere erinnerst. Wer sich das Kleine merkt und darauf zurückkommt, baut ein Netz aus Menschen, die sich bei ihr gesehen fühlen. Und genau daraus entstehen Verbindungen, die auch dann noch da sind, wenn man sich lange nicht gesehen hat.
Welche kleine, persönliche Sache hat dir zuletzt jemand erzählt, nach der du dich erkundigen könntest, wenn du das nächste Mal schreibst?
Pflege wenige, statt viele zu sammeln
Es gibt eine Vorstellung von Netzwerken, die uns leise unter Druck setzt. Je mehr Kontakte, desto besser, je größer die Liste, desto erfolgreicher. Wir sammeln Visitenkarten, Follower, Verbindungen, und trotzdem beschleicht uns manchmal das Gefühl, in all den Namen niemanden wirklich zu haben, den wir anrufen könnten.
Denk einmal an die Menschen, die dir in schwierigen Momenten tatsächlich geholfen haben. Es waren fast nie die vielen flüchtigen Kontakte, sondern die wenigen, zu denen du eine echte Beziehung hattest. Nicht die Breite deines Netzwerks hat getragen, sondern seine Tiefe, an einigen wenigen Stellen.
Das nimmt viel Druck heraus. Du musst nicht alle kennen, du musst nicht überall sein. Es reicht, wenn du eine Handvoll Verbindungen wirklich pflegst, mit Aufmerksamkeit, mit Verlässlichkeit, mit dem ehrlichen Interesse, das wir in den letzten Anregungen durchdacht haben. Wenige, die dich kennen, sind mehr wert als hundert, die nur deinen Namen gespeichert haben.
So schließt sich der Weg von der ersten Begegnung bis hierher. Aus einem guten Gespräch wird durch den ersten Schritt danach ein Kontakt, durch das Melden ohne Anlass eine Beziehung, durch das Erinnern eine Vertrautheit. Und wenn du diese wenigen Beziehungen wirklich pflegst, entsteht das, was ein Netzwerk am Ende ausmacht, nicht viele Namen, sondern echte Verbindungen, die tragen.
Welche wenigen Verbindungen tragen dich gerade wirklich, und welche davon hätte etwas mehr Pflege verdient?
Aus Begegnungen werden echte Verbindungen
Du hast gerade vier Schritte durchdacht, die aus einem netten ersten Kontakt etwas machen, das über den Moment hinaus bleibt. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass es dafür keine großen Gesten braucht, sondern kleine, verlässliche, immer wieder, die eine Begegnung langsam in eine Beziehung verwandeln.
Im BPW eClub ist genau dafür der Raum gemacht. Die festen Runden, die wiederkehrenden Abende, dieselben Frauen über die Zeit, all das sorgt dafür, dass aus einem ersten Kennenlernen wirklich etwas wachsen kann. Du musst nicht ständig neue Kontakte jagen, du darfst wenige echte Verbindungen wachsen sehen, Woche für Woche.
Als Mitglied an deiner Netzwerkstrategie arbeiten
Was du hier in wenigen Minuten angestoßen hast, kannst du als Mitglied ein halbes Jahr lang vertiefen. Im Netzwerktraining bekommst du von Januar bis Juni alle 14 Tage eine Aufgabe per Mail, mit der du Schritt für Schritt an deiner eigenen Netzwerkstrategie arbeitest. In den Jahren danach geht es jedes Mal eine Stufe tiefer, bis du im vierten Jahr selbst eine Mentee begleitest und weitergibst, was du gelernt hast.