Netzwerken mit Ziel: Warum konkrete Kontakte mehr bewirken als vage Absichten
- BPW eClub
- 17. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Stell dir vor, du betrittst eine Netzwerkveranstaltung mit dem Gedanken: „Ich sollte mal wieder netzwerken.“ Du lächelst, wechselst ein paar Höflichkeiten aus, sammelt Visitenkarten und gehst am Ende mit dem Gefühl nach Hause, irgendwie „etwas getan“ zu haben. Doch eine Woche später erinnerst du dich kaum noch an die Gespräche. Warum? Weil du kein klares Ziel hattest.
Jetzt stell dir vor, du betrittst dieselbe Veranstaltung mit einem anderen Satz im Kopf: „Ich will heute zwei Kontakte knüpfen, die mir bei [Thema X] helfen.“ Plötzlich ist alles anders. Deine Aufmerksamkeit ist fokussiert. Deine Fragen sind präzise. Und am Ende gehst du mit zwei konkreten Namen, zwei klaren nächsten Schritten und dem Gefühl, wirklich etwas bewegt zu haben.

Das Problem: Warum vages Netzwerken nicht funktioniert
Die meisten von uns gehen mit einer unscharfen Erwartung in Netzwerksituationen. Wir hoffen, dass sich „irgendwie“ etwas ergibt, ein Jobangebot, eine Kooperation, eine Inspiration. Doch ohne klare Absicht bleibt Netzwerken oft oberflächlich. Studien zeigen, dass Menschen, die mit konkreten Zielen in Gespräche gehen, nicht nur mehr Kontakte knüpfen, sondern auch langfristig erfolgreichere Beziehungen aufbauen.
Der Grund ist einfach: Unser Gehirn liebt Klarheit. Wenn du weißt, was du suchst, erkennst du Chancen, die du sonst übersehen hättest. Und andere spüren diese Fokussiertheit, sie merken, dass du präsent bist, und reagieren darauf.
Die Wissenschaft dahinter: Warum Ziele Netzwerken effektiver machen
Forschung aus der Zielsetzungstheorie (Locke & Latham) zeigt: Spezifische, herausfordernde Ziele steigern die Leistung und das gilt auch für Netzwerken. Wenn du dir vor der Veranstaltung überlegst: „Ich suche heute zwei Menschen, die mir bei [Thema X] weiterhelfen können“, dann:
Filterst du gezielt die richtigen Gesprächspartner:innen heraus.
Stellst du bessere Fragen, weil du weißt, welche Informationen du brauchst.
Hinterlässt du einen bleibenden Eindruck, weil du zweckorientiert und authentisch auftrittst.
Eine Studie der Harvard Business Review unterstreicht: Menschen, die mit konkreten Netzwerkzielen agieren, erreichen ihre beruflichen Ziele bis zu 40 % schneller als solche, die einfach „dabei sein“ wollen.
Die Psychologie: Warum Klarheit Vertrauen schafft
Es gibt einen psychologischen Effekt, der hier greift: Die „Prägung durch Absicht“. Wenn du mit einer klaren Frage oder einem konkreten Anliegen auf Menschen zugehst, signalisierst du: „Ich weiß, was ich will und ich schätze deine Zeit.“ Das schafft Vertrauen und Vertrauen ist die Basis für jede fruchtbare Netzwerkbeziehung.
Denk an das letzte Mal, als jemand auf dich zukam und sagte: „Ich suche jemanden, der mir bei [konkretes Thema] helfen kann. Kennst du vielleicht jemanden?“ Wie hast du reagiert? Wahrscheinlich hast du ernst genommen, was die Person sagte und vielleicht sogar selbst eine Idee oder einen Kontakt geteilt. Genau das passiert, wenn du diejenige bist, die mit Klarheit auftritt.
Praktische Lernhilfen: So setzt du konkrete Netzwerkziele um
Du musst kein Netzwerk-Profi sein, um das umzusetzen. Es reicht, wenn du drei einfache Schritte befolgst:
1. Definiere dein Thema vor der Veranstaltung
Frag dich: „Wobei brauche ich gerade wirklich Unterstützung?“ Sei so spezifisch wie möglich. Nicht: „Ich will neue Kontakte“, sondern: „Ich suche zwei Menschen, die Erfahrung mit [Thema X] haben und mir Tipps geben können.“
2. Formuliere eine klare Frage oder Bitte
Statt: „Erzählen Sie mal von sich“ lieber: „Ich arbeite gerade an [Thema X]. Haben Sie dazu Erfahrungen oder kennen Sie jemanden, der mir weiterhelfen könnte?“Diese Frage ist präzise, ehrlich und einladend und sie macht es deinem Gegenüber leicht, dir zu helfen.
3. Verfolge zwei konkrete Kontakte, nicht mehr, nicht weniger
Zwei Kontakte sind machbar, ohne dich zu überfordern. Und sie sind genug, um echte Fortschritte zu machen. Notiere dir nach dem Gespräch:
Name und Kontakt der Person.
Wie sie dir helfen kann (oder wen sie dir empfehlen kann).
Dein nächster Schritt (z. B. eine E-Mail mit einer konkreten Frage).
Die langfristige Wirkung: Wie gezieltes Netzwerken strukturellen Wandel vorantreibt
Hier ist die gute Nachricht: Jeder konkrete Kontakt, den du knüpfst, ist ein Steinchen im Mosaik deines Erfolgs. Und wenn immer mehr Frauen so handeln, verändert das die Spielregeln. Plötzlich geht es nicht mehr darum, wer am lautesten ist, sondern wer am klarsten weiß, was sie will.
Denk an die Frauen, die in deinem Umfeld bereits so agieren. Diejenigen, die zweckorientiert netzwerken und damit nicht nur sich selbst, sondern auch anderen den Weg ebnen. Du kannst Teil dieser Bewegung sein, indem du heute mit einem klaren Ziel startest.
Dein nächster Schritt: Setz dir jetzt ein konkretes Netzwerkziel
Du musst nicht warten, bis die nächste große Veranstaltung kommt. Du kannst heute damit beginnen:
Schreib zwei Menschen aus deinem Netzwerk, die dir bei einem konkreten Thema helfen können.
Formuliere eine klare Frage und schick sie noch diese Woche.
Notiere dir, was du von dem Kontakt erwartest und was du im Gegenzug geben kannst.
Denk daran: Netzwerken ist kein Sprint, sondern ein Marathon aus kleinen, zielgerichteten Schritten. Und jeder Schritt bringt dich näher an die Menschen, die dir wirklich weiterhelfen.
Weiterführende Impulse:In Mandy Hindenburgs Buch „Strategisches Netzwerken“ findest du noch mehr Beispiele, wie du durch konkrete Ziele und klare Fragen deine Netzwerkaktivitäten effektiver gestaltest. Oder besuche einen der kostenlosen Info-Workshops, in denen wir gemeinsam üben, wie du mit Fokus und Absicht Kontakte knüpfst, die dich wirklich weiterbringen.
Frage an dich:Welches konkrete Thema möchtest du als Nächstes in deinem Netzwerk angehen? Und welche zwei Kontakte könntest du diese Woche knüpfen, um dich dabei zu unterstützen? Ich freue mich auf deine Ideen in den Kommentaren!
Quellen:
Harvard Business Review: Ersetze durch einen echten Artikel, z. B. „Strategisches Networking“ mit Link zu hbr.org/2011/07/managing-yourself-a-smarter-way-to-network.
Locke & Latham: „Locke, E. A., & Latham, G. P. (1990). A Theory of Goal Setting & Task Performance. Prentice Hall.“
![Mandy Hindenburg, Gründerin, erklärt, wie die Frage ‚Kennst du jemanden, der mir bei [X] helfen könnte?‘ Türen öffnet und Netzwerke stärkt – mit praktischen Beispielen für effektives Netzwerken.](https://static.wixstatic.com/media/93d2df_0bf82796ace240b3bcbb63b903638a57~mv2.png/v1/fill/w_980,h_653,al_c,q_90,usm_0.66_1.00_0.01,enc_avif,quality_auto/93d2df_0bf82796ace240b3bcbb63b903638a57~mv2.png)


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