Mut durch Erfahrung: Warum Mentorinnen mehr als Tipps geben
- BPW eClub
- 31. März
- 4 Min. Lesezeit
Stell dir vor, du stehst vor einer Tür. Hinter ihr liegt eine Chance, vielleicht ein neuer Job, ein Projekt, eine Beförderung. Doch irgendetwas hält dich zurück. Nicht die Tür selbst, sondern die Zweifel in dir: „Bin ich gut genug? Schaff ich das wirklich? Was, wenn ich scheitere?“ In solchen Momenten sind es oft nicht die Fakten, die uns weiterbringen, sondern die Stimmen derer, die den Weg schon gegangen sind. Frauen, die genau dort standen, wo du jetzt stehst und die dir nicht nur sagen: „Du schaffst das.“, sondern auch: „Ich war auch unsicher. Aber ich habe es trotzdem versucht. Und das war es wert.“

Das Problem: Warum wir uns selbst im Weg stehen
Es ist ein Phänomen, das fast jede Frau kennt: Das Syndrom der „nicht ganz perfekten“ Bewerberin. Studien zeigen, dass Frauen sich seltener auf Stellen bewerben, wenn sie nicht alle Kriterien erfüllen, während Männer dies oft trotzdem tun. Der Grund? Fehlende Vorbilder und die Angst, nicht gut genug zu sein. Doch was, wenn du wüsstest, dass die Frau, die heute in deiner Traumposition sitzt, vor fünf Jahren genau dieselben Zweifel hatte wie du?
Hier kommt die Macht der Erfahrungsweitergabe ins Spiel. Frauen, die deinen Weg schon gegangen sind, geben dir nicht nur Tipps, sie geben dir Mut. Denn sie zeigen dir: Es ist möglich. Und das ist oft der entscheidende Unterschied zwischen einem „Ich traue mich nicht“ und einem „Ich probiere es einfach.“
Die Wissenschaft dahinter: Warum Vorbilder und Mentorinnen so wirksam sind
Forschung zeigt, dass soziale Lernprozesse, also das Lernen durch Beobachtung und Austausch mit anderen, besonders wirksam sind, wenn es um Selbstvertrauen und Risikobereitschaft geht. Eine Studie der American Psychological Association betont, dass Frauen, die Zugang zu Mentorinnen oder Role Models haben, signifikant selbstbewusster in Verhandlungen und Karriereentscheidungen auftreten.
Doch es geht nicht nur um das „Ob“, sondern auch um das „Wie“. Wenn eine Mentorin dir erzählt, wie sie eine Gehaltsverhandlung geführt hat, wie sie mit Rückschlägen umgegangen ist oder wie sie sich in einer männlich dominierten Branche durchgesetzt hat, gibt sie dir nicht nur eine Anleitung, sie gibt dir die Gewissheit, dass es machbar ist. Und diese Gewissheit ist oft der entscheidende Faktor, der dich zum Handeln bringt.
Die Psychologie des Muts: Warum Geschichten mehr bewirken als Fakten
Unser Gehirn ist darauf programmiert, Geschichten zu verarbeiten, nicht nur Daten. Wenn eine Frau dir erzählt, wie sie trotz aller Hindernisse ihren Weg gegangen ist, aktiviert das in dir etwas, das keine Statistik der Welt auslösen kann: Emotionale Resonanz. Plötzlich siehst du dich selbst in ihrer Geschichte. Du spürst: „Wenn sie das kann, dann kann ich das auch.“
Das ist der Grund, warum Mentorinnen und Netzwerke von Frauen, die ähnliche Wege gegangen sind, so mächtig sind. Sie geben dir nicht nur praktische Tipps, sondern auch emotionale Bestätigung. Und diese Kombination ist es, die dich von der Zweiflerin zur Macherin werden lässt.
Praktische Lernhilfen: So findest und nutzt du die Kraft von Mentorinnen
Du musst keine formelle Mentorin haben, um von der Erfahrung anderer Frauen zu profitieren. Schon ein offenes Gespräch mit einer Kollegin, die ein paar Schritte weiter ist, kann den Unterschied machen. Hier sind drei konkrete Wege, wie du diese Kraft für dich nutzen kannst:
1. Suche gezielt nach Vorbildern
Frag dich: „Welche Frau in meinem Umfeld hat etwas erreicht, das ich auch möchte?“ Sprich sie an, nicht mit der Erwartung, dass sie deine Mentorin wird, sondern mit der einfachen Frage: „Wie hast du das geschafft?“ Die meisten Frauen sind bereit, ihre Erfahrungen zu teilen, wenn sie spüren, dass es wirklich interessiert.
2. Nutze Netzwerke und Mastermind-Gruppen
In Gruppen findest du Frauen, die ähnliche Wege gegangen sind. Hier kannst du nicht nur von ihren Erfahrungen lernen, sondern auch Mut fassen, wenn du siehst, wie andere ihre Ziele erreichen.
3. Lies Biografien und Erfahrungsberichte
Bücher, Blogs oder Podcasts von Frauen, die deinen Weg schon gegangen sind, können dir die Bestätigung geben, die du brauchst. Mandy Hindenburgs Buch „Strategisches Netzwerken“ ist nur ein Beispiel dafür, wie du durch die Geschichten anderer Frauen Inspiration und Handlungsimpulse bekommst.
Die langfristige Wirkung: Wie Mut ansteckend ist
Hier ist die gute Nachricht: Mut ist ansteckend. Wenn du siehst, wie eine Frau in deinem Netzwerk eine Beförderung annimmt, ein eigenes Business startet oder eine Gehaltsverhandlung erfolgreich führt, steckt dich das an. Plötzlich denkst du: „Wenn sie das kann, dann kann ich das auch.“ Und genau das ist der Moment, in dem sich etwas verändert, nicht nur für dich, sondern für alle Frauen in deinem Umfeld.
Denk an die Frauen, die vor dir den Weg geebnet haben. An diejenigen, die sich getraut haben, als es noch nicht selbstverständlich war. An diejenigen, die Räume geschaffen haben, in denen auch du jetzt stehen kannst. Du bist Teil dieser Kette. Und deine Geschichte wird irgendwann einer anderen Frau den Mut geben, den nächsten Schritt zu wagen.
Dein nächster Schritt: Fang klein an, aber fang an
Du musst nicht gleich die nächste große Karriereentscheidung treffen. Aber du kannst heute einen kleinen Schritt machen:
Schreib einer Frau, die du bewunderst, und frag sie nach ihrem Weg.
Tritt einem Netzwerk bei, in dem Frauen sich gegenseitig unterstützen.
Lies die Geschichte einer Frau, die das erreicht hat, wovon du träumst.
Denk daran: Jede große Veränderung beginnt mit einem kleinen Schritt und der Mut, ihn zu tun.
Weiterführende Impulse:
In Mandy Hindenburgs Buch „Strategisches Netzwerken“ findest du noch mehr Geschichten von Frauen, die ihren Weg gegangen sind und wie sie dabei nicht nur Erfolg, sondern auch Mut und Solidarität gefunden haben. Oder besuche einen der kostenlosen Info-Workshops, in denen wir gemeinsam erarbeiten, wie du durch den Austausch mit anderen Frauen deine Ziele erreichst.
Frage an dich:Welche Frau in deinem Umfeld hat dir durch ihre Erfahrung Mut gemacht? Und wem könntest du selbst diese Erfahrung weitergeben? Ich freue mich auf deinen Austausch in den Kommentaren!
Quellen:
American Psychological Association: Soziale Lernprozesse und Selbstvertrauen
Mandy Hindenburg: „Strategisches Netzwerken“ Erfahrungsberichte und Tipps für berufstätige Frauen.


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