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BPW Geschichte 1978/80 Es könnte doch auch eine Frau sein!



Es könnte doch auch eine Frau sein!

Angesicht der ungleichen Berufs- und Karrierechance will der Deutsche Verband Berufstätiger Frauen (heute BPW Germany) es genau wissen: 1979/80 startet eine Aktion unter dem Motto „Frauen steuern andere Berufe und Positionen an“. Das Projekt ist eingebettet in die 50jährige Jubiläumsfeier des internationalen Verbands 1980, für die alle nationalen Verbände ein Spezialprojekt für Frauen durchführen.

In einer Briefaktion mit der Frage "Könne es auch eine Frau sein?" schreiben die Clubs des BPW zahlreiche Betriebe und Institutionen (Arbeitsamt, IHK, Handwerkskammern) an oder besuchte diese, um deren Einstellungs- und Ausbildungspraxis zu erfahren bzw. zu hinterfragen. Außerdem werden Stellenausschreibungen überprüft, um festzustellen, ob die ausgeschriebenen Angebote auch Frauen offen stehen. Karin Steinberg, die diese Aktion maßgeblich leitet, beschreibt die Motivation des Verbandes zu dieser Unternehmung so:


"Es störte die Frauen erheblich, daß interessante Tätigkeiten und vielversprechende Positionen in der Regel nur Männern angeboten werden-so liest es sich jedenfalls in den Stellenanzeigen. Da ist vom Sachbearbeiter, vom Redakteur, vom Mathematiker oder allgemein von Mitarbeitern die Rede und nur von Leitern, Chefinnen sind nicht gefragt. Das ist zwar nicht erst heute so! Frauentränen helfen da ebensowenig wie Gesetzte oder Männerbeschimpfungen, meinen die Frauen des Verbands, und deshalb schrieben sie Briefe, viele Briefe an Stellenanbieter, die bestimmte Tätigkeiten oder Positionen nur Männer angeboten hatten und fragten höflich an: "Könnte es nicht auch eine Frau sein" und baten um Stellungnahme."


Dreihundert Zeitungsinserenten (Unternehmen, Geldinstitute, Berufsverbände, Industrie, Ministerien) werden schriftlich oder mündlich befragt, inwieweit sie bereits seien, für die ausgeschriebenen "Männerpositionen" auch eine entsprechend qualifizierte Frau einzustellen. Die Auswertung der zahlreichen eingegangen Antworten (60%) ergibt folgendes Bild:

- "Grundsätzlich" spricht sich kein Betrieb gegen die Einstellung einer Frau in gehobener Position aus.

- Vereinzelt sind sie wegen besserer Qualifikationen auch eingestellt worden-

Viele Firmen entschuldigen sich und versprechen, Frauen in Stellenanzeigen künftig häufiger zu berücksichtigen.


Zahlreiche Betriebe haben auch erhebliche Vorbehalte gegenüber weiblichem Führungspersonal:

- Mitarbeiterinnen, aber auch Männer, lehnen Frauen in Führungspositionen ab.

- Frauen bringen nicht die gleichen Leistungen wie Männer und seien im Management für Kunden "nicht zumutbar".

Die mangelnde Flexibilität der Frauen durch Familiengebundenheit schreckt Frauen und Firmen ab.


Mehr zur Geschichte vom BPW ""Auf dem besten Wege" ISBN 3-89741-071-0



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